Mit den Bergensbanen das Herz Norwegens durchreisen

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Die Zugfahrt von Oslo nach Bergen gehört zu den schönsten Bahnreisen Europas. Die Vy Bergen Line, die vor Ort als Bergensbanen bekannt ist, führt in weniger als sieben Stunden durch das Herz Norwegens. Auf dem Weg verändert sich die Landschaft ständig – von dichten Wäldern zu offenen Hochebenen, von eisigen Seen zu tiefen Fjorden. Jede Kurve der Strecke zeigt ein neues Bild. Der Zug hält an vierzehn Stationen, jede mit ihrem eigenen Charme und ihrer Geschichte. Das Beste daran ist die Freiheit, an einer Station auszusteigen, zu erkunden und später mit dem nächsten Zug weiterzufahren. Diese Reise geht nicht nur darum, von einer Stadt zur anderen zu kommen. Sie zeigt, wie Natur das Leben und die Kultur in Norwegen prägt.

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Für Reisende, die an schnelle Verbindungen und volle Flughäfen gewöhnt sind, bietet die Bergensbanen eine andere Art zu reisen. Das Tempo ist ruhig, die Ausblicke sind endlos, und der Komfort der Bahn lässt Zeit, die Landschaft wirklich wahrzunehmen. Die Fahrt ist ideal für Naturliebhaber, Fotografen oder alle, die einfach stille Momente zwischen den Zielen schätzen. Ein Fensterplatz ist ein Muss, dazu Snacks oder Kaffee, und die Kamera sollte griffbereit sein. Alle paar Minuten wechselt das Panorama – sanfte Täler, schneebedeckte Gipfel, glitzernde Seen. Ob erster Besuch in Norwegen oder Wiedersehen mit vertrauten Orten, diese Zugfahrt zeigt, warum Reisen in Skandinavien so besonders ist.

Hardangervidda Nationalpark

Hardangervidda - Caroline Brundle Bugge.jpg Hardangervidda - Caroline Brundle Bugge

Die Hardangervidda ist Nordeuropas größte Hochebene und eines der bekanntesten Naturgebiete Norwegens. Hoch über dem Meeresspiegel gelegen, verbindet sie den Osten und Westen des Landes und wurde während der Eiszeit von Gletschern geformt. Heute ist sie eine Mischung aus weiter Tundra, felsigem Boden und stillen Seen, die unter dem Himmel glitzern. Im Winter verwandelt sich die Ebene in eine weiße Wüste, im Sommer leuchten Moos und Heide in Grün und Gold. Das Wetter kann sich hier schnell ändern, und die Luft wirkt klar und unberührt.

Die Hardangervidda ist auch Heimat der größten Wildrentierherde Norwegens. Wer sie vom Zug aus entdeckt, bekommt einen seltenen Einblick in die Natur. Das Gebiet wurde 1981 zum Nationalpark erklärt, um seine Tierwelt und das empfindliche Ökosystem zu schützen. Es zeigt, wie viel offene, unberührte Landschaft in Europa noch existiert.

Besucher erleben hier Weite und Stille. Viele steigen an der kleinen Bergstation Finse aus, dem höchsten Punkt der Strecke, um diese Wildnis zu erkunden. Von Finse führen Wanderwege direkt in den Park, mit einfachen Berghütten, in denen man übernachten oder regionale Küche genießen kann. Die Wege reichen von leichten Spaziergängen am See bis zu längeren Touren über Steinfelder und Gletscher. Im Sommer fahren viele Radfahrer auf dem Rallarvegen, einer historischen Straße, die ursprünglich für Eisenbahnarbeiter gebaut wurde und heute zu den bekanntesten Radwegen Norwegens gehört. Im Winter übernehmen Skilangläufer die Wege – in tiefer Ruhe und klarer Luft.

Tvindefossen Waterfall

Tvindefossen Waterfall in Voss Ryhor Bruyeu - Grigory Bruev.jpg Tvindefossen Waterfall in Voss Ryhor Bruyeu - Grigory Bruev

Der Tvindefossen bei der Stadt Voss ist einer der fotogensten Stopps entlang der Bergensbanen. Der Wasserfall stürzt etwa 110 Meter über eine grüne Felswand hinab und bildet weiße Wasserfäden, die im Sonnenlicht glitzern. Er zieht sowohl Einheimische als auch Reisende an, die auf dem Weg nach Bergen vorbeikommen. Das Gebiet rund um den Wasserfall ist ruhig und leicht zugänglich, ideal für einen kurzen Zwischenstopp.

Voss liegt zwischen Bergen und Seen und ist bekannt für seine lange Geschichte und seinen Outdoor-Geist. Die Stadt reicht bis in die Wikingerzeit zurück, ist heute aber vor allem als Norwegens Zentrum für Abenteueraktivitäten bekannt. Paragliding, Kajakfahren und Wandern sind hier beliebt, doch Tvindefossen bleibt das Highlight für alle, die ein Stück norwegische Natur hautnah erleben wollen.

Viele Besucher machen Fotos oder stehen einfach am Fuß des Wasserfalls, um das Rauschen des Wassers zu hören. Manche glauben, das Wasser habe verjüngende Kräfte – eine Geschichte, die aus den 1990er Jahren stammt, als Reisende begannen, es in Flaschen mitzunehmen. Ob die Legende stimmt oder nicht, allein der Anblick wirkt erfrischend. Am Fuße gibt es eine kleine Picknickfläche, ideal für eine Pause, bevor es weiter nach Westen geht.

Bergen

Bergen - CHUNYIP WONG.jpg Bergen - CHUNYIP WONG

Am Ende der Strecke liegt Bergen, eine Küstenstadt voller Farbe, Geschichte und Meeresluft. Sie gilt als Tor zu den Fjorden und ist Norwegens zweitgrößte Stadt, fühlt sich aber eher wie eine freundliche Kleinstadt an. Der erste Eindruck bleibt im Gedächtnis: Reihen aus roten, gelben und weißen Holzhäusern entlang des Hafens, eingerahmt von Bergen im Hintergrund.

Bergens Geschichte reicht bis ins Mittelalter, als es Teil des Hanseatischen Handelsnetzwerks war. Händler aus ganz Europa brachten Waren wie Fisch, Getreide und Stoffe über den Hafen. Heute ist derselbe Hafen – Bryggen – UNESCO-Weltkulturerbe. Ein Spaziergang durch die engen Gassen zeigt, wie alt und lebendig dieser Ort ist. Die schiefen Holzhäuser beherbergen heute kleine Läden, Cafés und Museen.

Die Lage zwischen sieben Bergen macht Bergen ideal für alle, die Stadtleben und Natur verbinden wollen. Mit der Fløibanen-Bahn gelangt man auf den Fløyen, von wo aus sich ein weiter Blick über Stadt und Fjorde öffnet. An klaren Tagen reicht der Blick bis zum Meer. Der Weg hinunter führt durch Wälder und Aussichtspunkte, mit kleinen Holzhütten, in denen Waffeln und Kaffee verkauft werden.

Für Reisende bietet Bergen die perfekte Mischung aus Abenteuer und Entspannung. Der Fischmarkt am Hafen ist ein Klassiker, mit Ständen, die frischen Lachs, Garnelen und lokalen Käse anbieten. Manche Lokale servieren traditionelle Gerichte wie „Fiskesuppe“ (Fischsuppe) oder „Skillingsboller“, die berühmten Zimtschnecken aus Bergen. Entlang der Kopfsteinpflasterstraßen finden sich viele Cafés und Bäckereien, manche modern und schlicht, andere gemütlich und altmodisch.

Von Bergen aus setzen viele ihre Reise mit dem Boot fort, um die nahegelegenen Fjorde zu entdecken. Sowohl der Sognefjord als auch der Hardangerfjord sind für Tages- oder Übernachtungstouren erreichbar. Diese tiefen, von Felsen und Wasserfällen gesäumten Fjorde sind das Bild von Norwegen, das viele Reisende im Kopf haben.

Happy Traivelling! ☺️🌿🚅

18.10.2025

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